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Sonntag, 12. April 2015

... und noch eins

Weil ich den Neffen nicht nur Naschkram schenken wollte, habe ich den beiden noch eben ein paar Stifteaufberwahrungstäschlein gebastelt.

Für den großen Neffen, der aktuell wie verrückt Comics malt, gab es ein paar Filzstifte in einem einfachen Mäppchen, wie ich mir ja auch eins genäht habe. Ruckzuck fertig und der grüne Sternenstoff, den ich im Bastelladen gefunden habe, passt auch prima zum Kind.


Für den kleinen Neffen gab es Buntstifte in einer schicken Stifterolle. Wie man die macht, kann man in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung auf dem Blog 'Das mach ich nachts' erfahren.Am schönsten finde ich, dass jedem Stift sein Zuhause anhand eines farblich passenden Stoffstreifens zugeordnet werden kann. Das macht das Stiftewiedereinräumen sogar noch ein bisschen spannender.


Es ist nicht die erste Stifterolle dieser Art, die hier entstanden ist. Schon zu Weihnachten habe ich eine für das Inselkind genäht - Fotos aber mal wieder vergessen. Dafür aber schon genau beobachtet, dass die Rolle in Gebrauch ist und auch mit in den Urlaub kam.

Nicht unterschätzen sollte man aber unbedingt, den Arbeitsaufwand, der hinter diesem Projekt steckt. Vor allem die passende (farblich und von der Größe) Stoffstückchen zu finden nimmt viel Zeit in Anspruch. Umso schöner aber, wenn die Freude groß und man selber mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Schummelgeschenk

Ey, Katja, was ist das denn für ein Schummelgeschenk? fragt mich der Minineffe an seinem Geburtstag im Flur, wo er seine Geschenke nach meiner Ankuft direkt aus der Kiste mit der Aufschrift "Vorsicht, lebende Tiere" rauswühlt.
Drin verstecken sich ein kleiner Plüschdackel und ein gelbes Etwas mit bunten Punkten - das Schummelgeschenk.



Der Dackel: Verknallt hatte ich mich in Frido. Ein Hündchen, das nach dem kostenlosen Schnittmuster von Titatoni genäht werden kann. Der Plan war, einen bunten Hund zu nähen - sollte ja für's Kinderzimmer sein. Beim Wühlen in der Stoffkiste stieß ich aber auf den verfilzten Wollstoff, der früher mal eine Herrestrickjacke aus einem Second-Hand-Laden war. Prima für das Hundetier. Bisschen bunt sollte aber doch sein, deshalb haben die Unterseiten der Dackelohren bunte Punkte.


Der Dackel fühlte sich unter den Arm des Minineffen geklemmt gleich (ACHTUNG!) pudelwohl, durfte in sein Bett einziehen und spielt nun auch im Puppentheater tragende Rollen.


Hinter dem Schummelgeschenk verbirgt sich etwas Praktisches und für den Neffenblick nicht sofort Ersichtliches. Zum Geburtstag gab es von Mama und Papa nämlich ein Hochbett und damit in der Nacht Bücher, Spielzeug oder Stifte nicht den erholsamen Schlaf stören, sollten ein paar Taschen her. Geschneidert habe ich sie aus buntem Pünktchenstoff (keine Angst, kein Dackel musste seine Ohren dafür lassen) und roter Baumwolle.
Befestigt werden sie am Rausfallschutz mit Plastikdruckknöpfen, die angeblich im Dunklen leuchten.



Der erste Test zeigt, Bücher finden darin gut Platz und auch das Hundetier könnte theoretisch in der Tasche übernachten, wenn es im Arm des kleinen Herrchens nicht viel gemütlicher wäre.


PS: Dass der Neffengeburtstag zeitlich vor der Faschingsparty und Vollendung des Papageien liegt, weiß ja hier keiner. Aber wenn man nicht aus'm virtuellen Knick kommt, muss man die chronologische Richtigkeit eben vernachlässigen. 

Dienstag, 17. Februar 2015

Und nächstes Jahr, Katja, geh' ich als Vulkan ...

Pünktlich zu Fasching bin ich endlich mal wieder hier unterwegs. Schändlich vernachlässigt habe ich im letzten Jahr viel, viel zu viel ... auch das virtuelle Kreativtagebuch, auch das Kreativsein.

Gründe gab es dafür reichlich, die möchte ich nun aber endlich ein für alle Mal abhaken. Und wie ginge das besser als mit einer Kostümidee des Minineffen. So wie ich hier im letzten Jahr begonnen habe, steige ich nun einfach wieder ein und versuche es noch einmal ganz neu, mit mir und der virtuellen Welt.

Gewünscht hat sich der Neffe schon direkt nach der letzten Faschingsparty ein Papageienkostüm, weil er dann den Erzieherinnen im Kindergarten den ganzen Tag alles nachsagen kann, ohne dass sie schimpfen. Bunt sollte es sein, mit vielen Farben außer schwarz, pink und lila. Gesagt getan, möchte man meinen, war ja lange genug Zeit zum Überlegen, Materialkauf, Schnittesuchen oder -basteln und Loslegen.
Hah! Was wäre denn ein Nähwerk ohne Panik und Mitternachtsschicht???
Kaum etwas wert in diesem Hause.


Genäht wurde es aus zwei Kindershirts: aus einem wurde die Kaputze der Papageienkopf, in das andere wurden Flügel mit Federn (aus ollen T-Shirts geschnitzt) eingepasst, oben ein Schnabel und ein paar Papageienaugen dran, dazu rote Leggins, fertig ist die Laube.
(Dann muss man ja eigentlich auch nicht zwingend vor 21 Uhr am Vorabend der Übergabe beginnen, oder? NEIN, so schlimm war es diesmal ganz in Wirklichkeit nicht.)



Die Übermittlung, da für den Postweg schon zu spät, fand wieder in Berlin, diesmal beim konspirativen Treffen mit der Neffengroßmutter statt. Der Neffengroßvater (aka der Mathematikervater) hat das Kostüm dann  pünktlich an Ort und Stelle gebracht und dieses Foto beweist: Der Junge weiß einfach, was ihm steht.




Ich freue mich, wie verrückt über die Kinderfreude und die Aufregung vor der Party und ziehe meinen Hut vor dem Kostümplan fürs nächste Jahr: ein Vulkan.
Spätestens wenn der am Kind hängt, lesen wir uns hier wieder.

Sonntag, 15. Juni 2014

Lazing on a Sunday Afternoon

Ein Wochenende mit  Sonnenschein - also zumindest heute am Sonntag.
Ein Wochenende mit Zeit zum Ausschlafen, Faulenzen, Energie tanken und von den großen Ferien träumen.

Als Kind war ich in den Ferien oft bei meiner Großmutter, die eine Haushälfte und einen Garten in einer Kleinstadt nahe Dresden hatte. Wir haben draußen gefrühstückt - dafür hat meine Omi mir Milchbrötchen aus der Kaufhalle direkt auf der Herdplatte aufgebacken - und Mittag gegessen und am Nachmittag gab es auf der Decke kalten Kakao aus einer Plastetasse mit Abziehbildern. Meine Cousine war oft zum Spielen da, ich habe mir den Bauch mit Kirschen, Klaräpfeln, Eierpflaumen und Himbeeren vollgeschlagen, mit Omi Spargel geerntet und abgewogen, viel gemalt und am Abend nach dem Baden Tiersendungen geguckt. Alles hatte seine bestimmten Abläufe, Gerüche, Geräusche und Geschmäcker.
Heute war so ein Tag wie Omi und Sommerferien und Kakao auf der Decke. Also habe ich die Decke auf der Terrasse ausgerollt und mich mit Buch und einer Tasse Tee in die Sonne gesetzt, gelesen, den Möwen zugehört und von meinen Großeltern geträumt.


Die Decke ist schon vor ca. zwei Jahren entstanden.
Als wir hierher nach Rostock und damit näher an den Ostseestrand zogen, musste eine geeignete und vor allem gut tragbare Picknick- und Stranddecke her. Die richtige Anleitung fand ich in einem Büchlein des TOPP-Verlages, es heißt Nähen für draußen.
Die Decke wurde aus mehreren Streifen zusammengesetzt und ich erinnere mich, dass nicht alle Stoffe, die ich nehmen wollte die richtige Breite hatten. Zusammengesucht habe ich dann einfach möglichst große Stoffstücke, die Blau in sich hatten und daraus die Decke gebastelt. Auf der Unterseite hat sie eine Wachstuchdecke (die ich wegen des Wellenmusters extra für diese Decke von einer Dienstreise nach Leipzig mitgebacht habe). So kann man sich auch gut mal auf schmutzigerem Untergrund oder feuchtem Gras niederlassen. Leider hatte ich mich mich beim Ausmessen irgendwie vertan und die Wachstuchunterseite viel zu klein zugeschnitten. Naja, ich konnte es retten, indem ich das fehlende einfach wieder rangenäht habe. Viel schlimmer war aber, dass beim Wenden der Decke dann die Wachstuchseite eingerissen ist. Mit Tränen in den Augen habe ich diesen Riss mit recht dilettantischen Stichen per Hand geflickt.

 

Überhaupt war das Nähen eine ziemliche Aktion Mit ihrer Größe und dem entsprechenden Gewicht war es nicht einfach, die Nähte gerade zu halten, irgendwie rutschte mir die Decke immer wieder vom Tisch.
Mit dem Ergebnis war und bin ich dennoch recht zufrieden, auch wenn ich nach wie vor finde, dass einer der Stoffe nicht wirklich dazu passt und ich die Reparaturstiche immer nahe am Körper trage, so dass sie keiner sieht. Am Strand (und in ihrer zusammengerollten Form mit Trageschlaufe auf dem Weg dahin) macht sie eine gute Figur und bietet genug Platz für zwei große Leute zu Faulenzen und für eine Tante und ihre sandfüßigen Neffen zum Rumsitzen und Geschichten vorlesen und dabei Waffeln und jede Menge Pfirsiche naschen.


Der Mann kann leider noch nicht wieder auf der Decke hocken.
Trotzdem nun auch die Kreuzband-OP überstanden ist (war vor etwas mehr als vier Wochen), der Liebslingsmann schon wieder ohne Krücken gehen darf und sich unser Leben wieder etwas mehr normalisiert, ist an Hinknien oder an den Sandstrand gehen leider noch nicht zu denken. Ich wünsche mir, dass das im Juli und August schon anders aussieht und wir  - wie im letzten Jahr  - eine Nach-Der-Arbeit-Schwimmrunde einlegen und am Strand Abendbrot essen können.
 

Der Opi zur Ferien-Omi war übrigens Schneider von Beruf. Als ganz kleines Mädchen durfte ich ab und an mit in seine Werkstatt, auf dem Zuschneidetisch sitzen und mit Schneiderkreide auf Stoff malen.
Zu gern wüsste ich, was er zu meinen Nähversuchen heute so zu sagen hat und wie gern würde ich ihn das eine oder andere fragen.

Sonntag, 2. März 2014

Schlaf gut

Heute war ein spannender und richtig schöner Tag. Ziemlich kurzentschlossen fand die Kostümübergabe an den kleinen Hotzenplotz und seinen großen Bruder nun doch nicht auf dem Postweg sondern ganz persönlich statt. Getroffen haben wir uns dafür "auf halber Strecke" in Berlin.
Für die Neffenzwerge war es eine Überraschung und ihren Gesichtern nach zu urteilen, eine ziemlich gelungene.Der Hotzenplotzhut wurde sofort aufprobiert und wollte gar nicht wieder runter vom kleinen Jungenschopf.

Bewundert wurden alle Kostümteile und auch hier möchte ich den Rest meiner Basteleien nicht verschweigen. Dass so ein richtiger Hotzenplotz auch im Schlaf in der Rolle bleiben muss, habe ich hier ja schon einmal erwähnt. Rotgeringelt müsse dieses Nachtgewand sein und Schlafsocken gehörten ganz selbstverständlich dazu. Das habe ich aus den Angaben und der Modezeichnung gemacht:


Damit ganz klar ist, wessen Schlafanzug das ist, habe ich die Hotzenplotzzeichnung des Minineffen auf das Oberteil kopiert - wurde wiedererkannt!
.


Der gesamte Schlafanzug sieht nun folgendermaßen aus:


Laut Aussage des Minineffen ist der Schlafanzug das Beste am ganzen Kostüm, weil keine anderes Kind so einen Schlafanzug hat und er nach Katja & Lieblingsmann riecht. Dank moderner Technik habe ich heute Abend auch schon Tragefotos gesehen und was soll ich sagen, am Kind sieht der Schlafanzug natürlich richtig prima aus.

Freitag, 28. Februar 2014

Catching up

Guck mal an, schon wieder sind über zwei Wochen ins Land gegangen, seit ich mich hier gemeldet habe. Wieder waren die Wochen voller Arbeit und voller Termine und Entscheidungen (die noch nicht alle bis zu Ende getroffen sind).

Jetzt aber habe ich mir eine Pause erlaubt um auszuschlafen und Energie zu tanken und um aufzuholen.

Die Faschingsparty im Kindergarten ist quasi nur noch um die Ecke und der Hotzenplotz fertiggestellt. Auch wenn ich die "Zielgerade" am 14.02. und offensichtlich auch den Finaletermin am 26.02. verpasst habe wandert das Kostüm noch schnell zu malamü, wo ich schon die vielen anderen Ideen und ihre Umsetzung bewundern konnte.


 
Der Hut hat nun seine lange Feder, die ich nachdem ich mir in Bastel- und Einrichtungsläden die Füße rundgelaufen habe im Kaufhaus in der Faschingsabteilung fand (duh!). Ursprünglich sah sie etwas puscheliger aus, also habe ich sie ein wenig mit der Schere bearbeitet und dann am Hut festgenäht. Ziemlich hotzenplotzig, oder?

Woran erkennt man den Hotzenplotz (außer an großer Nase und großem Hut)? Ja, genau, sieben Messer stecken in seinem Gürtel. Auch die habe ich genäht. Ein Beutel Filzreste aus dem Heimatpaket bot das perfekte Ausgangsmaterial.

  

Die Messer habe ich am Gürtel befestigt, damit sie nicht herausrutschen und verloren gehen.

Insgesamt sieht das Ensemble dann so aus:


Verpackt in einem großen Karton ist das Kostüm nun auf dem Weg zum Minineffen und hach, bin ich gespannt, ob es passt und gefällt.

Sonntag, 9. Februar 2014

Familienprojekt

Oben und unten ist der Hotzenplotz jetzt bekleidet. Hut und Socken sind fertig!
Nun muss ich "nur noch" ...

Die Entwicklung des Hutes wuchs übrigens mehr oder weniger zum Familienprojekt aus. Bewaffnet mit einem Wollfaden, der den Kopfumfang des Minineffens zeigt, wollte ich mich an die Schneiderei machen. Der Hut brauchte ja eine Krempe und einen Kegel, der aber nicht komplett spitz zuläuft, sondern sich oben wieder etwas verbreitert.Eine Krempe war schnell aufgezeichnet und zurechtgeschnitten. Zur Gestaltung des Mittelteils tauchten dann aber doch einige Fragen auf - Wie hoch muss der Hut sein? Setze ich den Kegel aus einem oder mehreren Stücken zusammen? Wie schneide ich zu, dass der zusammengesetzte Kegel einen geraden Boden hat? etc.



Nachdem ich mit meiner Logik nicht so recht weiterkam und mich der Lieblingsmann mit seinen Geometriekenntnissen nicht wirklich überzeugen konnte, musste der Mathematikervater ran. Lustigerweise wusste auch er nicht sofort eine Antwort auf die Fragen, meldete sich aber ca. 2 min nach unserem ersten Telefonat mit Formerln und Erläuterungen zum Thema Kreissegment. Ich habe fleißig mitgeschrieben und zunächst auch verstanden, was ich machen soll, die Näherei dann aber doch auf später verschoben.
Gestern Abend habe ich mich dann herangewagt. Alles hat wunderbar funktioniert und ineinander gepasst.




Mir gefällt das Ergebnis. Wirklich fast wie im Buch, even if I do say so myself.
Ich weiß, die große rote Feder fehlt noch. Dafür habe ich mir schon die Füße rundgelaufen und nichts gefunden!

Freitag, 31. Januar 2014

Weiter geht's

Ganz insgesamt ist Zeitmanagement nicht mein Freund, vieles erledige ich in Nachtaktionen und rede mir dabei ein, erst unter Druck wirklich kreativ sein zu können. Deadlinejunkie nennt meine Kollegin mich.
Besonders schlimm wird es dann, wenn ich noch nicht einmal Zeit zum Managen oder Verplempern habe. So auch die letzten zwei Wochen. Zwei dreitägige Dienstreisen, eine davon längs durch die Republik, und ein Haufen der sich im Büro stapelt, haben mich ziemlich geschlaucht. So ist es auch gleich still geworden in und um mein Kreativtagebuch.

Heute "muss" ich aber. Im Karnevals Sew-Along von malamü geht es in die nächste Runde und da möchte ich natürlich auch berichten.

Den Minineffen habe ich am letzten Wochenende gesehen und gesprochen (und selbstverständlich auch bespielt). Der Hotzenplotz-Kostümwunsch ist auch weiter aktuell.
Die Materialien sind gekauft, zusammengesucht und gewaschen und die passenden Schnitte ausgwählt.

Zu sehen die Ausgangsmaterialien für Hotzenplotz-Oberteil und Hose und den Hotzenplotz-Schlafanzug mit roten Ringeln (der lila Fleecestoff gehört aber zu einem anderen Projekt)


Heute konnte ich den Filz für den Räuberhut begutachten und als geeignet einordnen.


Die dieswöchige Dienstreise führte nach Berlin (was in mehrfacher Hinsicht toll war), wo ich in einem Second-Hand-Kaufhaus auch mögliche Hotzenplotzgürtel erbeuten konnte:


Den grauen finde ich ziemlich toll, weiß aber nicht, wie genau das Neffenkind auf Details achtet und ob er vielleicht lieber einen braunen Gürtel möchte. Die Entscheidung verschiebe ich auf später (und hole mir noch ein paar maßgebliche Meinungen ein).

Einen kleinen Echtfortschritt habe ich aber auch noch vorzuweisen. Die Schlafsocken, die selbstverständlich zum Räuberschlafanzug gehören und natürlich ebenfalls Streifen haben müssen, sind schon als soche zu erkennen.
Dem geschulten Blick entgeht dabei wohl nicht, dass eine der Socken rot ist und weiße Streifen hat, die andere dagegen weiß mit roten Ringeln. Hab ich mit Absicht so gemacht.


Samstag, 18. Januar 2014

Ringelsocken und Langzeitprojekte

Socken braucht er übrigens auch, der Hotzenplotzschlafanzug. Rotgeringelt müssen sie sein.
War eigentlich klar, oder?
Macht aber nichts, die ergeben nämlich ein ziemlich gutes Zugprojekt.

Ich pendle jeden Tag zur Arbeit. Von Tür zu Tür brauche ich anderthalb bis zwei Stunden. Einen Großteil der Strecke lege ich, wie ziemlich viele andere Rostocker, im Zug nach Schwerin zurück. Manchmal schlafe ich, meist lese ich aber und ab und an lasse ich auch die Stricknadeln klappern. Kleinprojekte wie Socken sind dafür ideal.
Für Hotzenplotzschlafsocken sind die Maschen aufgenommen und die ersten Proberingel gestrickt - Schuhgröße 28 ist allerdings auch nicht so eine große Herausforderung. (Der Lieblingsmann trägt 48, da wird das Sockenstricken öfter zur Geduldsprobe.)


Das Stricken habe ich mir übrigens vor ca. 5 Jahren selbst beigebracht. Der Anfang war gar nicht so leicht, aber irgendwann hat es 'Klick' gemacht. (Den vielen Online-Tutorials sei Dank!)
Mein erstes Projekt war eine Sofadecke für die Greifswalder Wohnung. Aus vielen Quadraten, an denen ich verschiedene Strickmuster ausprobiert habe wurde sie zusammengesetzt. Als Perfektionistin hatte ich mich aber irgandwann an den vielen kleinen Fehlern sattgesehen. Also habe ich die Decke wieder auseinander genommen. Ich wollte sie noch ein mal neu, schöner und besser machen.

Die Idee: Strickpatchwork nach Horst Schulz. Das Muster: Doppelmuscheln.
Voller Enthusiasmus bin anfangs an die Arbeit gegangen; so eine Doppelmusschel dauert an sich auch nicht so lang. So nach und nach hat sich das Strickwerk aber nun zum Langzeitprojekt entwickelt. In einem Korb auf dem Bücherregal wohnen alle fertigen Doppelmuscheln und Wollreste und rufen (leider) nur ganz leise nach mir und meinen Stricknadeln. In den letzten 2,5 Jahren sind entsprechend erst 16 Doppelmuscheln entstanden. Für eine Decke, mit der sich (wenn mal wieder die Heizung für 5 Tage ausfällt) zwei Menschen zudecken können braucht es aber noch eine ganze Menge mehr.
Vielleicht sollte ich daraus auch Zugprojekte machen?

So bequem lagert die zukünftige Sofadecke.

Doppelmuscheln, die mal irgendwann zusammengestrickt werden.

16 habe ich schon.