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Montag, 23. März 2015

Unpicking

Ich habe einen Mantel, schon einige Jahre, den ich heiß und innig liebe. Im Frühling und Herbst lässt er sich wunderbar tragen, er hat eine einfach aber schöne Form, ist leicht und sein Windstoppermaterial sorgt dafür, dass ich auch beim Ostseespaziergang nicht unbedingt friere.


Nun ist er aber so abgeschleppt, dass einige Nähte nicht mehr auf der Höhe sind und einige Stellen schon so abgerieben, das sie glänzen. So richtig gut in der Öffentlichkeit tragen kann man ihn also nicht mehr. Das ist ganz schön traurig.



Vielleicht aber auch nicht ... wer sagt denn, dass ich mir nicht einfach einen neuen nähen kann? Und zwar einen, der genauso aussieht?

Mutig habe ich ihn nun also Stück für Stück auseinander gefriemelt und in Häufchen sortiert, enthusiastische Pläne von einem neuen Windstopper- und einem Regenmantel im Kopf.





Jetzt, wo die Häufchen so vor mir liegen, schwindet der Mut etwas.
Ich verspreche, ich werde berichten, wie's weitergeht.

Samstag, 18. Januar 2014

Ringelsocken und Langzeitprojekte

Socken braucht er übrigens auch, der Hotzenplotzschlafanzug. Rotgeringelt müssen sie sein.
War eigentlich klar, oder?
Macht aber nichts, die ergeben nämlich ein ziemlich gutes Zugprojekt.

Ich pendle jeden Tag zur Arbeit. Von Tür zu Tür brauche ich anderthalb bis zwei Stunden. Einen Großteil der Strecke lege ich, wie ziemlich viele andere Rostocker, im Zug nach Schwerin zurück. Manchmal schlafe ich, meist lese ich aber und ab und an lasse ich auch die Stricknadeln klappern. Kleinprojekte wie Socken sind dafür ideal.
Für Hotzenplotzschlafsocken sind die Maschen aufgenommen und die ersten Proberingel gestrickt - Schuhgröße 28 ist allerdings auch nicht so eine große Herausforderung. (Der Lieblingsmann trägt 48, da wird das Sockenstricken öfter zur Geduldsprobe.)


Das Stricken habe ich mir übrigens vor ca. 5 Jahren selbst beigebracht. Der Anfang war gar nicht so leicht, aber irgendwann hat es 'Klick' gemacht. (Den vielen Online-Tutorials sei Dank!)
Mein erstes Projekt war eine Sofadecke für die Greifswalder Wohnung. Aus vielen Quadraten, an denen ich verschiedene Strickmuster ausprobiert habe wurde sie zusammengesetzt. Als Perfektionistin hatte ich mich aber irgandwann an den vielen kleinen Fehlern sattgesehen. Also habe ich die Decke wieder auseinander genommen. Ich wollte sie noch ein mal neu, schöner und besser machen.

Die Idee: Strickpatchwork nach Horst Schulz. Das Muster: Doppelmuscheln.
Voller Enthusiasmus bin anfangs an die Arbeit gegangen; so eine Doppelmusschel dauert an sich auch nicht so lang. So nach und nach hat sich das Strickwerk aber nun zum Langzeitprojekt entwickelt. In einem Korb auf dem Bücherregal wohnen alle fertigen Doppelmuscheln und Wollreste und rufen (leider) nur ganz leise nach mir und meinen Stricknadeln. In den letzten 2,5 Jahren sind entsprechend erst 16 Doppelmuscheln entstanden. Für eine Decke, mit der sich (wenn mal wieder die Heizung für 5 Tage ausfällt) zwei Menschen zudecken können braucht es aber noch eine ganze Menge mehr.
Vielleicht sollte ich daraus auch Zugprojekte machen?

So bequem lagert die zukünftige Sofadecke.

Doppelmuscheln, die mal irgendwann zusammengestrickt werden.

16 habe ich schon.